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Abschied von Christopher Stoll zum Saisonende

1. Mannschaft 22.03.2016 08:37 Uhr

Wohin rollt der Ball ohne Chefcoach Stoll? Interview mit Jens-Uwe Wegner

Damit hatte auf der Pressekonferenz nach dem Oberliga-Spiel des Malchower SV 90 gegen den SV Lichtenberg 47 niemand gerechnet. Der Cheftrainer des Malchower SV 90 verkündete seinen Rückzug zum Ende der Spielzeit. Der Nordkurier-Reporter Jens-Uwe Wegner befragte Christopher Stoll zu den Gründen.

 

Die Überraschung war groß, als Sie ihren Abschied zum Saisonende bekannt gaben. Warum verlassen Sie den Malchower SV 90? Wann hat die Mannschaft davon erfahren?

So überraschend ist das eigentlich nicht. Ich hatte ja schon vor einem Jahr im Interview mit dem Nordkurier gesagt, dass ich den Vertrag für ein Jahr verlängere. Jetzt werden es insgesamt 2 Jahr und 8 Monate sein und ich wollte den Verein frühzeitig in Kenntnis setzen, damit die Verantwortlichen jetzt schon für die neue Saison planen können. Die Mannschaft habe ich unmittelbar nach dem Spiel gegen Lichtenberg informiert.

Wird das dann auch noch Oberligafußball in Malchow sein oder bedeutet ihr Ausscheiden den Anfang vom Ende der Oberliga?

Also Bernd Klein ist schon auf der Suche nach einem neuen Trainer für das künftige Oberligateam. Mein Ziel ist es, mit dem Team auf jeden Fall auf einem einstelligen Tabellenplatz zu landen, damit auch sportlich die Voraussetzungen für das Weitermachen gegeben sind.

Ganz ehrlich, hat Ihr Abschied etwas mit den Querelen im Verein zu tun?

Da bin ich ganz ehrlich. Diese Querelen haben nichts damit zu tun. Im Gegenteil: Dadurch habe ich sogar gemerkt, wie sehr sich die Akteure in der Fußballabteilung für uns eingesetzt haben. Ob nun Bernd Klein als Geschäftsführer, der Wirtschaftsrat oder die Sponsoren, alle haben sich vor das Team gestellt, so dass ich eigentlich von der Auseinandersetzung gar nicht betroffen war.

Sie hatten die Mannschaft in der schwersten Krise übernommen, als das Team kurz vor der Winterpause mit fünf Punkten da stand und zuvor ein Liga-Konkurrent gleich sechs wichtige Spieler unter ominösen Umständen abgeworben hatte. Am Ende der Saison hatten sie 33 Punkte auf dem Konto. In der Vorsaison lag der MSV sogar teilweise auf dem dritten Platz und galt als Aufstiegskandidat. Auch jetzt läuft es sportlich super. Warum verlassen Malchow gerade jetzt?

Ich denke, dass ich mit dem Team alles erreicht habe, was zur Zeit in Malchow möglich ist. Als ich vom damaligen Manager Marcel Bartsch geholt wurde, standen zwei Zielsetzungen zur Debatte. Zunächst den Abstieg in der Krisensituation zu vermeiden und im nächsten Jahr um den Aufstieg mitzuspielen. Mit der Insolvenz des damaligen Hauptsponsors hat sich die Situation radikal verändert. Ein Aufstieg wäre selbst bei einem sportlichen Erfolg nicht möglich, so dass das damals ins Auge gefasste Ziel nicht erreicht werden kann. Ich möchte mich verändern und werde ein Traineramt mit Perspektive annehmen.

Bei welchem Verein?

Das möchte ich noch nicht sagen, weil dort ja auch noch ein Trainer tätig ist. Das gehört sich so. Außerdem möchte ich mich jetzt bis zum Saisonende noch voll auf die Arbeit mit der Malchower Mannschaft konzentrieren, damit wir noch ein paar Plätze nach oben kommen. Damit möchte ich mich auch für die gute Zusammenarbeit mit dem Fußballvorstand bedanken. Ich habe Malchow viel zu verdanken. Mir wurde das Vertrauen gegeben, meine eigenen Ideen und Gedanken umzusetzen. Ich konnte hier jede Menge Erfahrungen sammeln und habe Freunde gewonnen. Das ist unbezahlbar.

Was werden Sie am meisten vermissen, wenn sie am Saisonende den Malchower SV 90 verlassen?

Die eingeschworene Gemeinschaft. Der Rückzug des Hauptsponsors hatte ein Erdbeben ausgelöst. Da zeigte sich in der Not, wer wirklich zum MSV steht. Ich traue mich gar nicht, alle Engagierten aufzuzählen, weil ich Angst habe, einige zu vergessen. Aber die Zusammenarbeit mit Bernd Klein, Riccardo Musolf, Ingo Broßeit, André Burmeister, Marcel Bartsch und Holger Huhs werde ich garantiert vermissen. Es war beziehungsweise ist ja noch eine tolle Zeit in Malchow.

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